Impressionen aus Lourdes

«Our religion is the believing in the impossible».

So sagt es mir eine Nonne aus dem Togo und weist auf eine bei uns im Westen weitgehend verlorene Seite des Christentums hin: das Mysterium dieser Religion, die nicht umsonst auch Mysterienreligion genannt wird. Gott schickt seinen Sohn auf die Welt als Mensch, so dass jener Sohn dann in einer Krippe in der Wüste bei Eseln, Schafen und Ziegen auf die Welt kommt und nicht in einem Palast umgeben von Dienern und warmen Decken. Dieser Sohn soll dann als Wüstenprediger umherziehen, wird Jünger um sich herumscharen, wie auch Frauen die ihm zu folgen beginnen. Seine Predigten machen aus Sicht seiner Zeitgenossen, insbesondere unter religiösen Buchgelehrten absolut keinen Sinn, ja sie hören sich geradezu umstürzlerisch und revolutionistisch an.

In welchem Gewand zeigt sich dieser Glaube an Jesus in Lourdes? Ist hier noch diese ekstatische, urchristliche Form der Religiösität zu finden, die in den Kirchbänken und unter den Gewändern und dem Prunk der katholischen Kirche gerne untergeht, zu finden? Ich habe mich auf den Weg nach Lourdes gemacht, selbst als Pilger wie auch als Ethnologie und werde dieser Frage nachgehen.